Home

Erdbeeraroma aus Sägespänen, Fleischersatz aus Klärschlamm

Nichts scheint heute den Lebensmittelchemikern unmöglich zu sein.
Schon 7500 Zusatzstoffe sind auf dem Markt und finden sich in vielfältigster Kombination in unserer Nahrung.


Man nehme Sägespäne, koche diese kurz in ein wenig Wasser und Alkohol, man füge einige (geheim gehaltene) Komponenten hinzu. "Und dann haben wir ein herrliches natürliches Erdbeeraroma", verrät ein Chemiker.
Diese Geschmacksillusion findet sich dann in Erdbeergelees, Fruchtjoghurts, Dessertcremen usw. Der Packungsaufdruck verrät uns nur, dass "natürliches Aroma" beigefügt wurde, nicht aber, dass es aus Sägespänen kommt. Das ist legal, denn Holz ist schließlich ein natürliches Produkt.
Industriell gefertigte Geschmacksersatzstoffe, Backhilfen, Farben, Emulgatoren, Stabilisatoren, Schmelz - Salze, Verdickungsmittel, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe sind heute die wichtigsten Hilfsmittel einer ausufernden Ernährungsindustrie. 7500 solcher Substanzen aus der Küche der Chemiker sind auf dem Markt.

Weiterlesen: Erdbeeraroma aus Sägespänen, Fleischersatz aus Klärschlamm

Süß, aber ohne Zucker? Gemma Bakterien melken!

Früher einmal haben viele, viele Bauern unterschiedlichste Lebensmittel erzeugt - heute betreiben einige wenige Wirtschaftsriesen flächendeckend „Food Design“; Instant Suppen, Hightechsnacks, Lightprodukte, fettfreie Kekse, zuckerfreie Schokoriegel. Das klingt viel lässiger, so modern - und hat einen entscheidenden Vorteil (für Konzernbosse): Alle diese Produkte müssen erst durch die Walzen industrieller Verarbeitung, ehe sie in unseren Einkaufswagen landen. Im Klartext: Es lässt sich damit doppelt gut Geld verdienen.
Außerdem ließen sich diese Fantasieprodukte nie und nimmer zu Hause in der Küche zubereiten. Was im Food Design passiert, hat mit der Natur nichts zu tun, ist nur im Labor möglich. „Zusatzstoffe“ heißt das Zauberwort.

Weiterlesen: Süß, aber ohne Zucker? Gemma Bakterien melken!

Die Allergie Bomben

Der kleine Peter bekam nur ein paar Schluck aus der Limonadenflasche, daraufhin zeigten sich Hautrötungen und Atemnot. „Eine Allergie", vermutete der Hausarzt und schickte die Mutter zum Spezialisten. Langwierige Tests ergaben: Peter reagiert auf Schimmelpilze. Wie aber sollten Schimmelpilze in die Limonade gekommen sein? Der Lebensmittelchemiker aber weiß, wieso.
Die viel verwendete Citronensäure wird längst nicht mehr aus Zitrusfrüchten hergestellt, sondern in Schimmelpilz - Kulturen, die auf Nebenprodukten der Zuckerherstellung wachsen. Um keinen Tropfen Säure zu vergeuden, presst und wäscht man die Pilze aus. Auf diese Weise können Pilzsporen in den Zusatzstoff Citronensäure und in die Limo gelangen.
Eine andere Allergiequelle können Kartoffelchips sein. Citronensäure bewahrt das Fett vor dem Ranzigwerden.

Weiterlesen: Die Allergie Bomben

Es geht um die Wurst

Sehr viele Zusatzstoffe sind drin, aber deklariert werden müssen nur wenige.

„Wurst ist eine Götterspeise. Denn nur Gott weiß, was drin ist", spottete einmal der Dichter Jean Paul. Heute scheint dieser Gott seinen Sitz in Brüssel zu haben. Dort nämlich werden die Gebote für die europäischen Würste ausgeheckt. Extrawürste, wie es sie jetzt noch in manchen Ländern
gibt, sollen fallen. Alles andere als himmlisch beglückt sind darüber die irdischen Verbraucherschützer. Unseren guten Würsten drohen Zusatzstoffe wie Alginate (E 400 bis 404), Natamycin (E 235), ein Antibiotikum gegen Mundfäule und Fußpilz, sowie diverse Farbstoffe. Stark rot gefärbte Wurst, wie sie in Großbritannien, Dänemark oder Spanien seit langem üblich ist, trifft bei uns auf wenig Gegenliebe. Schon deshalb, weil der rote Farbstoff Cochenille (E 120) aus getrockneten Schildläusen des gleichen Namens gewonnen wird. Genau genommen aus den befruchteten Weibchen.

Weiterlesen: Es geht um die Wurst

Nomen est omen oder warum der Fisch zwei Namen hat

Haben ihr schon einmal Theragra chalcogramma probiert oder vom Salmo salar gekostet? Ganz bestimmt. Denn schließlich gehören sie zu den TOP 5 der in Deutschland am meisten verzehrten Fische. Hinter den fremdländisch klingenden Bezeichnungen verbergen sich ganz einfach der Alaska-Seelachs und der Lachs, nur eben auf Latein.

Seit dem 01. Januar 2012 ist ein neues EU-Gesetz in Kraft, was vorschreibt, dass viele Fischprodukte sowohl mit deutschen Namen als auch mit dem lateinischen Namen gekennzeichnet werden müssen. Somit bekommen Fisch in der Frischetheke, Räucherfisch und viele Produkte aus der Tiefkühltruhe einen zweiten Namen.

Weiterlesen: Nomen est omen oder warum der Fisch zwei Namen hat